Lutz Loebel. Fotografie.










Ich stoße immer wieder auf die unterschiedlichsten Definitionen in der People-Fotografie.
Im täglichen Dialog zwischen Modell und Fotograf kommt es daraufhin immer wieder
zu Missverständnissen, insbesondere bei der Abgrenzung der Aufnahme-Bereiche.

Weil es allgemeingültige Definitionen nicht gibt, habe ich hier versucht, die wichtigsten
Begriffe im Zusammenspiel beider Seiten (eigentlich ist es ja nur eine Seite)
zusammenzufassen.

Ich bin mir bewusst, dass die Grenzen zwischen Begriffen und deren Inhalten
immer mehr verschwimmen und dass etliche Begriffe hier nicht aufgeführt
und erklärt sind.


Bitte Begriff wählen:



 

Zurück zur Übersicht Akt

Der klassische Akt ist - künstlerisch betrachtet - die Urform der 'Nackt-Fotografie'.
Im Mittelpunkt stehen ruhige, klassische Posen, in aller Regel vor einem
neutralen Hintergrund (im Studio oder im Freien).

Die Lichtführung spielt hier eine entscheidende Rolle.
Akt stellt die Schönheit des Körpers in den Vordergrund.
Unterschieden werden der 'Teil-Akt' (hier sind meist nur bestimmte Körperpartien
(oft auch ohne Gesicht) zu sehen und der 'Voll-Akt' (hier ist immer der
ganze Körper und das Gesicht zu erkennen).

Akt verzichtet gänzlich auf Kleidungsstücke am Körper, nimmt aber manchmal
Accessoires (wie z.B. Tücher, Stoffe, Gegenstände usw.) als ausdruckverstärkende
Mittel zur Hilfe. Beim Akt sind Busen und Po bewusst zu sehen, Schamlippen werden
- falls überhaupt sichtbar - nicht betont, sondern höchstens 'beiläufig' mit abgebildet;
die Beine des Models sind meist geschlossen oder lassen den Blick auf den
Intimbereich nicht zu. bei männlichen Modellen ist der Penis
natürlich sichtbar, aber nicht erigiert.
 

Zurück zur Übersicht Beauty

Hier wird in erster Linie Schönheit, Wellness, Kosmetik, Fitness,
Körperpflege fotografiert, meist zum Zweck der Werbung,
nicht selten aber auch einfach, um die genannten
Themenbereiche fotografisch anspruchsvoll
umzusetzen.
 

Zurück zur Übersicht Book

Eine Sammlung von Aufnahmen des Modells. In aller Regel werden diese
Aufnahmen in einer Mappe oder in einem Ordner als Prints / Abzüge präsentiert.
Das Modell bewirbt sich damit nach Einladung bei Auftraggebern,
Fotografen und Agenturen - entsprechend hochwertig sollte die Optik
(Material, Format, Farbe) ausfallen.

In einem guten Book ist eine Vielfalt von Aufnahmebereichen,
Bildideen und -inhalten und unterschiedlichen Fotografen zu sehen.
 

Zurück zur Übersicht Bodypainting

Aufnahmen, die das Modell mit Körper- und/oder Gesichtsbemalung zeigen.
Bodypainting wird in aller Regel auf nackter Haut angefertigt, die Farben
werden dabei entweder von Hand aufgetragen, mit Pinseln, Tüchern oder
auch mit Spritzpistolen (Airbrush). Der künstlerische Ausdruck steht
bei diesen Aufnahmen im Vordergrund.
 

Zurück zur Übersicht Dance

Aufnahmen, die das Modell in tänzerischen Posen
(klassisches Ballett bis Gogo-Dance) zeigen.
 

Zurück zur Übersicht Erotik

Die Erotik ist im Vergleich zum Akt ein wenig 'provokanter', 'lockender' und 'verführerischer'
und stellt die Weiblichkeit / Männlichkeit in den Vordergrund. Hier wird einfach ein wenig
freizügiger fotografiert als beim Akt, sofern es Bildinhalt und -idee erfordern.

Bei der Erotik ist der Körper unbekleidet, Schamlippen und Po sind hier sichtbar
(aber nicht geöffnet für den so genannten "Pink Shot", das Auseinanderziehen der
weiblichen Schamlippen also), die Beine sind schon mal geöffnet oder gespreizt,
bei männlichen Modellen ist der Penis schon mal erigiert.

Kurz: das Posing ist eher erotisch als zurückhaltend, stimulierende Inhalte werden
lediglich angedeutet. Wird oft auch als "Freizügiger Akt" bezeichnet,
ist aber nicht zu verwechseln mit Softcore.
 

Zurück zur Übersicht Fashion

Hier wird in erster Linie Mode und Oberbekleidung in allen Variationen fotografiert
- meist für Kataloge, Magazine, Fachzeitschriften, fast ausnahmslos zum Zweck
der Werbung, nicht selten aber auch einfach, um die genannten Themen-
bereiche fotografisch anspruchsvoll umzusetzen.

In diesen Bereich fällt auch das Fotografieren von Bademoden.
Oft wird im Studio fotografiert, nicht selten aber auch direkt
am Catwalk (Laufsteg) oder Outdoor.
 

Zurück zur Übersicht Fetisch

Die Fetisch-Fotografie beschäftigt sich hauptsächlich mit den Bereichen
Lack, Leder, Latex, Nylon, Bondage und SM, nicht selten aber auch mit
den "anderen" Gangarten der Fotografie wie z.B. Wachs, Kleidung,
Urinieren, Matsch, Rollenspiele usw. Es kommen fast ausnahmslos
zusätzliche Requisiten zum Tragen.

Bei der Fetisch-Fotografie wird die Weiblichkeit/Männlichkeit
als solche stark in den Vordergrund gestellt, die Aufnahmen haben
fast durchweg provokanten, freizügigen Charakter, ohne allerdings
vulgär oder schmuddelig und billig zu wirken.

Der so genannte Pink-Shot ist hier nicht die Regel (kommt jedoch vor),
teils werden Detail-Aufnahmen (Close-Ups) angefertigt.
 

Zurück zur Übersicht Flashing

Im Gegensatz zum NIP zeigt sich das Modell bei Aufnahmen dieser Art
in der Öffentlichkeit nur für einige Augenblicke ganz oder teilweise
unbekleidet, in aller Regel nur für den Fotografen.

Zuschauer und Passanten sind dabei eigentlich unerwünscht,
aber nicht immer zu vermeiden.
 

Zurück zur Übersicht Hardcore

Hardcore ist die tabulose Erweiterung von Softcore. Hier wird das Modell in
aller Regel mit Partner/in (eine/r oder mehrere) bei eindeutigen sexuellen
Handlungen abgebildet. Hier geht es allein um Vorspiel und um den
vaginalen, analen und oralen Geschlechtsakt.

So genannte 'Cum-Shots' (die männliche Ejakulation also) werden hier ebenso
gezeigt wie Orgien mit mehreren Partnern und härteste Gangarten der Sexualität.
 

Zurück zur Übersicht Indoor

Aufnahmen in ausgesuchten Innenräumen und/oder Gebäuden. Außer bei Aufnahmen,
bei denen das Modell teilweise oder völlig unbekleidet ist, sind Zuschauer
und/oder Passanten teils möglich, teils sogar ausdrücklich gewünscht.
 

Zurück zur Übersicht Internet

Hier werden Aufnahmen zur Veröffentlichung ausschließlich im Internet angefertigt.
Wahlweise kommen hier auch Video-Kameras und Webcams zum Einsatz.

Die Aufnahmen haben meist erotischen, freizügigen Charakter und stellen keine hohen
Ansprüche an eine handwerklich saubere Arbeit. Sie werden in erster Linie zur
Anreicherung des Inhalts (des so genannten "Content") von Erotik-Web-Seiten
angefertigt und dienen vordergründig der Stimulierung des Betrachters.
 

Zurück zur Übersicht Lingerie

Hier werden vorwiegend Dessous fotografiert, grundsätzlich immer der ganze Körper
und auch das Gesicht. Der Charakter der Bilder kann von ruhig und verträumt
bis hin zu erotisch und verführerisch gehen. Der nackte Busen wird hier
zwar hin und wieder abgebildet, jedoch meistens verdeckt
durch Stoffe, Hände, Posing.
 

Zurück zur Übersicht Location

Als Location bezeichnet man den Ort der Aufnahme. Dieser Ort kann ein Studio sein,
aber auch andere Örtlichkeiten wie z.B. unter Outdoor, Indoor näher beschrieben.
Der Begriff "on location" bedeutet, dass vor Ort (in der Regel Wohnort
oder Umgebung des Modells) fotografiert wird.
 

Zurück zur Übersicht NIP

NIP ist eine Abkürzung für "nude in public". Hier werden Aufnahmen angefertigt,
die das Modell teilweise oder völlig unbekleidet in der Öffentlichkeit
zeigen. Als Locations kommen in erster Linie belebte Plätze,
Fußgängerzonen oder Massenveranstaltungen zum Einsatz.

Zuschauer sind hier im Gegensatz zum Flashing nicht nur möglich, sondern
ausdrücklich gewünscht. NIP erfordert ein recht gesundes Selbstbewusstsein
und ein perfektes Zusammenspiel von Modell und Fotograf.
 

Zurück zur Übersicht Outdoor

Aufnahmen im Freien, meist an ausgesuchten Locations. Außer bei Aufnahmen, bei denen
das Modell teilweise oder völlig unbekleidet ist, sind Zuschauer und/oder
Passanten möglich, teils sogar ausdrücklich gewünscht.
 

Zurück zur Übersicht Performance

Aufnahmen, die das Modell bei künstlerischen Darbietungen (z.B. Pantomime, Ausdruckstanz)
zeigen. Hierzu zählt auch das Bodypainting. Zu diesem Bereich zählen auch
Erotik-Shows, Life-Acts und Striptease-Vorführungen.

Das fotografische Element beschränkt sich meist auf eine rein dokumentarische Funktion.
 

Zurück zur Übersicht Portrait

Hier steht das Gesicht und dessen Ausdruckskraft im Vordergrund. Fotografiert wird oft
auch noch der Oberkörper (bekleidet bzw. wenn unbekleidet, dann nur das Dekolleté
bis zum Brustansatz), teils auch der ganze Körper (dann aber bekleidet),
der Fokus liegt aber immer auf dem Gesicht. Portraits eignen sich sehr
gut zum Verschenken, aber auch für Bewerbungen und Wettbewerbe.
Oder einfach nur zum Aufhängen in den eigenen vier Wänden.
 

Zurück zur Übersicht Sedcard

Oft auch als Setcard bezeichnet. In aller Regel ein auf DIN A 5 gefalzter DIN A-Karton
(Bilderdruck), mit dessen Hilfe sich ein Modell bei Agenturen bewerben kann.
Die Sedcard enthält alle wichtigen Informationen zum Modell und einige
Fotos und ist nach festen Regeln aufgebaut.
 

Zurück zur Übersicht Set

Der eigentliche Arbeitsbereich, in dem sich das Modell bewegt, in dem Licht
und Technik arrangiert werden und sich sowohl Fotograf, als auch
Assistenten und/oder Visagisten ständig aufhalten.
 

Zurück zur Übersicht Softcore

Softcore ist - vereinfacht ausgedrückt - Erotik und Weiblichkeit/Männlichkeit pur.
Hier wird nichts verdeckt, alles wird dargestellt. Der so genannte Pink-Shot
kommt hier ebenso vor, wie vaginale und anale Masturbationsszenen mit
Fingern, der ganzen Hand (u.a. das so genannte 'Fisting') oder Gegenständen
wie z.B. Dildos. Beim Softcore wird das Model immer allein abgebildet,
also ohne Partner/in.
 

Zurück zur Übersicht TFP

TFP bedeutet "time for print": beide Seite verzichten dabei gegenseitig auf ein
monetäres Honorar. Das Modell erhält dabei als geldwertes Honorar kostenlos
Abzüge und/oder einen Datenträger mit den Aufnahmen. Qualität und Anzahl
dieser kostenlosen Aufnahmen werden vertraglich geregelt. Beide Seiten
(Fotograf und Modell) haben einen Vorteil: der Fotograf kann ohne
zusätzlichen Aufwand für Modell-Honorare neue Ideen umsetzen,
das Modell erhält ohne zusätzlichen Aufwand für Fotografen-Honorare
neue Aufnahmen für die eigene SedCard, das eigene Book
- oder einfach für sich selbst.

Beide Seiten haben auch ohne diese zusätzlichen Aufwendungen noch mehr
als genug Kosten. TFP setzt auf beiden Seiten sehr viel Begeisterung an der
Fotografie an sich, und sehr wenig Begeisterung an Geld voraus.
 

Zurück zur Übersicht Werbung

Alle Arten von Aufnahmen mit dem Zweck, sie später für den Bereich der Werbung
(insbesondere für Produkte und/oder Dienstleistungen) einzusetzen. Die
Aufnahmen folgen aufgrund der beabsichtigten kommerziellen Verwendung
in aller Regel anderen Gesetzen (insbesondere bei Posing, Mimik,
Perspektiven), als Aufnahmen, die für nicht-kommerzielle
Zwecke angefertigt werden.
 

Zurück zur Übersicht Workshop

Eine Art Seminar mit dem Ziel, einer begrenzten Anzahl (max. fünf) von Teilnehmern Wissen,
Können und Fertigkeiten in bestimmten Themenbereichen zu vermitteln. Zu diesem Zweck
wird ein Modell gebucht, das den Teilnehmern als Übungs-Modell zur Verfügung steht.
Ein Workshop wird vom Veranstalter geleitet, der auch die Inhalte didaktisch vermittelt.
Das Modell folgt dabei entweder detaillierten Anweisungen des Workshop-Leiters oder
wirkt durch eigene Ideen aktiv am Entstehen einer Aufnahme mit.

Weil Workshops in aller Regel mit - in bestimmten Themen oder insgesamt -
unerfahrenen Fotografen durchgeführt werden, ist ein in Posing, Mimik, Perspektive,
Bildwirkung und Technik erfahrenes Modell eine wichtige Voraussetzung
für einen guten Workshop.